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Straßenkinder-Projekte in Essen

1. Suchthilfe Essen


Durch die Suchthilfe direkt Essen gGmbH werden seit 1999 verstärkt im Kinder- und Jugendbereich Hilfen für Minderjährige angeboten, die sich an einem Leben auf der Straße orientieren. Erreicht werden Kinder und Jugendliche, die sich weitestgehend von einer oder mehreren sozialen Instanzen wie Familie, Jugendhilfe, Schule und Ausbildung abgewendet haben.

1999 wurde in Essen ‚Roadrunner’ initiiert, d. h. es wurde ein Wohnmobil gekauft und zweckentsprechend umgebaut, mit dem regelmäßig Orte im Essener Stadtgebiet angefahren werden, an denen sich obdachlose Kinder und Jugendliche aufhalten. Unter anderem ist die Entwicklung perspektivischer Hilfeangebote für Kinder und Jugendliche, deren Lebensmittelpunkt die Straße ist, das Ziel.

Im Januar 2002 eröffnete Café ‚Basis’ als Anlaufstelle für Straßenkinder. Die Kooperation mit Jugendämtern, Notschlafstellen, individual-pädagogischen Betreuungsstellen, Kinder- und Jugendpsychiatrien u. a. – sowohl auf kommunaler als auch auf Landes- und Bundesebene – war dazu notwendig. Im Ruhrgebiet existierte bislang kein vergleichbarer Versuch, ein ganzheitliches Angebot für die Zielgruppe der „Straßenkinder“ anzubieten. Jährlich wenden sich ca. 700 Kinder und Jugendliche an das Café „Basis“, Einzugsgebiet ist die MEO-Region.
An mindestens fünf Tagen in der Woche wird Kindern und Jugendlichen, die ihren Lebensmittelpunkt auf die Straße verlegt haben oder eine beginnende Straßenorientierung aufweisen, ein akzeptierendes, zugangsarmes Versorgungs- und Beratungsangebot in Räumlichkeiten mit jugendgerechtem Charakter unterbreitet. So konnten 19 Kids im Jahr 2012 von den Mitarbeiterinnen vor Ort vermittelt werden. 14 davon mündeten in einer Hilfeplan-gestützten Betreuung. 11 Heranwachsende konnten eigenen Wohnraum beziehen.

StepOut“ ergänzt seit Mitte 2006 das vorgenannte Essener Modulsystem (inkl. der Entzugsstation der Rheinischen Klinken Essen) sinnvoll und versteht sich als Modellprojekt in NRW.
„StepOut“ richtet sich an Kinder und Jugendliche in der Altersgruppe zwischen 14 und 18 Jahren – unabhängig von Geschlecht und Migrationshintergrund –, die gemäß KJHG u. a. eine Behinderung durch Suchterkrankung aufweisen oder von Behinderung durch ihren Suchtmittelkonsum bedroht sind. Insgesamt können bis zu 12 Jugendliche aufgenommen werden. Werktäglich werden die Jugendlichen von zwei Lehrern der Ruhrlandschule im „StepOut“ unterrichtet, so dass die ersten beiden Schüler im Frühjahr 2007 vor dem Hauptschulabschluss stehen

Es wird das vorrangige Ziel verfolgt, Kindern und Jugendlichen ein suchtfreies Leben zu ermöglichen. Auf diesem Weg sollen erreicht werden:

  • Verbesserung des Gesundheitsstatus
  • Altersgemäße Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben und den eigenen Körper
  • Erlangung von Konfliktkompetenz
  • Erhöhung der Frustrationstoleranz
  • Entwicklung von schulischen und beruflichen Perspektiven
  • Entwicklung eines dem Alter entsprechenden eigenverantwortlichen Freizeitverhaltens
  • Entwicklung von Wohnperspektiven außerhalb von „StepOut“

Wundertüte e.V. unterstützte bzw. unterstützt die Arbeit im "StepOut" seit 2007 durch Übernahme der Kosten für

  • Anti-Aggressions-Trainings für alle Jugendlichen. Antigewalttrainings haben die Zielsetzung, aggressive und gewaltbereite Jugendliche mit ihrem Verhalten zu konfrontieren, um der Anwendung jedweder Gewalt vorzubeugen und entgegen zu wirken. Aggressive Jugendliche sollen lernen, trotz körperlicher Stärke und vielfach vorhandener Opfergeschichte ihrerseits, auf Gewaltanwendung zu verzichten.
  • eine einwöchige Ferienfreizeit für 12 Jugendliche nach Holland im August 2007
  • kleine Geburtstagsgeschenke
  • heilpädagogisches Voltigieren (HPV). Pferde brechen das Beziehungs-Eis und motivieren so Kinder und Jugendliche, wieder ein natürliches Interesse an sich und ihrem Umfeld zu entwickeln. Im Vordergrund des HPV steht die individuelle Förderung der Entwicklung und die positive Einflußnahme auf das Befinden und Verhalten der Jugendlichen
  • Kinobesuche für alle Jugendlichen

Die Kosten für die vorgenannten Maßnahmen werden von keinem Träger übernommen, sind aber wesentlich für den Therapieerfolg bzw. tragen dazu bei, die ohnehin schwere Situation der Kinder und Jugendlichen ein wenig zu verbessern.


2. RAUM_58


Seit zehn Jahren gibt es die Notschlafstelle „RAUM_58“ für Jugendliche - betrieben vom Sozialdienst katholischer Frauen und dem CVJM. „RAUM_58“ bietet jungen Menschen, die ganz oder teilweise auf der Straße leben, lebensqualitätssichernde Leistungen an und will das sich weiter manifestierende Leben auf der Straße verhindern helfen sowie die Vermittlung in höherschwellige Hilfen ermöglichen. Die Notschlafstelle bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unbürokratische Maßnahmen an, fördert mit Unterstützung der Mitarbeiter/innen Veränderungsbereitschaft und Motivation, sich mit der individuellen Situation auseinanderzusetzen und regt (oftmals verloren gegangene) Perspektiventwicklungen aktiv an.

Die Verpflegung der Kinder und Jugendlichen wird überwiegend von der Essener Tafel abgedeckt. Da nicht immer alle Lebensmittel von der Essener Tafel geliefert werden können, sind die Verantwortlichen des "RAUM_58" auf Spenden angewiesen. Wundertüte e.V. steuert seit März 2012 monatlich 100 Euro zu den Verpflegungskosten für die Kinder und Jugendlichen bei.

Im März 2016 erschien ein Artikel in der NRZ über die Arbeit im RAUM_58.

Sie können für diese Projekte unter dem Stichwort "Straßenkinder Essen" und dem Zusatz "Suchthilfe" bzw. "Raum 58" spenden!

 

 

 

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